Th. Wo gibt es denn noch so etwas Selbstähnliches? Wo gibt es denn
noch Gefängnisse in deinem Leben im übertragenen Sinne. Der
Raum soll dir wieder einen Hinweis geben.
Kl. In meiner Ehe............................Ich hatte Angst, die Scheinpartneraufschaft
zu verlieren.
Die Ehe war ihr zu eng, aber sie hat sich trotzdem angepasst..
Th. Dh also, du hast dich deshalb zurückgenommen, um irgendetwas,
was dir auch wichtig war, nicht zu zerstören? (Kl. ja) Gut, was war
denn diese Zweisamkeit, was war da so wichtig? Und sag es gleich deinem
Mann.
Kl. Du hast mir einfach Schutz gegeben.... Ich habe mich bis zuletzt damit
sehr wohlgefühlt.
Th. Also: Gefängnis gegen Schutz und Geborgenheit. Gut der Raum des
Gefängnisses ist jetzt sehr kahl und karg, du fühlst dich darin
nicht wohl. “Aushalten” hast du gesagt, übertrag das
mal auf deine Ehe. Ist es so, daß du kaum aufrecht stehen kannst,
du kannst es kaum ertragen? Und sags wieder deinem Mann.
Die Klientin relativiert, es sei nur teilweise so gewesen......................”Aber
dann ist jeder in eine andere Richtung gegangen, und dann hab ich das
1. Mal richtig gestanden.”
Th. Ja, was könntest du jetzt im Nachhinein ändern, an welchen
Stellen? Das ist zwar jetzt so gelaufen,du hast auch viel gelernt, und
das war auch ganz wichtig.
Aber trotzdem bleibt bei dir ja dieser Raum zurück, wo du geduckt
bist, wo es eng ist. (Kl. ja) Das würde bedeuten, wir müssten
irgendetwas ändern in deinem Leben mit deinem Mann, an welchen Stellen
auch immer, daß du - unbewusst - besser durchatmen kannst, mehr
Raum hast. (Kl. ja) Daß es nicht mehr so niedrig ist, symbolisch,
dort in dem Raum.
Um das zu verändern, schlägt der Therapeut nun vor, der Raum
soll der Klientin Situationen aus ihrer Ehe zeigen, in denen sie diese
Enge besonders gespürt hat, um da jetzt mit ihrem Mann eine neue
Entscheidung zu fällen. Aber der Mann weigert sich. Es wird klar,
daß sie sich beide ändern müssen. Aber auch als beide
- jeder für sich - eine Farbe zur Unterstützung erhalten, ändert
sich nichts. Auch die Farbe Rot für Liebe für beide hilft nicht
weiter.
Die Klientin bemüht sich weiterhin vergeblich:
Kl. Wir legen das jetzt fest, wir machen das jetzt. Kann da kommen, was
will.
Th Genau, guck mal, wie er jetzt reagiert.
Kl. Ich will das nicht.
Th Sagt er? (Kl. ja) Ja, jetzt wird es aber deutlicher. Du willst, und
er will nicht. Gut, einer von euch beiden muss jetzt gewinnen. (Th. lacht)
Denn er ist immer in deinem Kopf und sagt: Ich will nicht! Was machst
du denn jetzt?
Kl. Aber ich will!
Th Genau. Guck mal, ob du ihn jetzt nicht richtig einforderst, auf den
Punkt bringst (Th. schlägt mit Dhyando animierend auf den Boden.)
Es geht immer noch um den Mann in deinem Kopf, der ist abgespeichert,
der hat dieses Ding drauf, das merkst du ja: “Ach nein, lassen wirs
doch oder geht auch anders usw.” (Kl. ja) Und das macht dich eigentlich
wütend
und sauer. (Kl. ja) Gut, wir könnens ja mal probieren, ob es funktioniert.
Das ist ein heftiger Trick:
Komm, setz dich mal ein bißchen auf, und ich geb dir jetzt hier
mal solchen Dhyando (Schlagstock) in die Hand, und dann forderst du ihn
jetzt mal ein. Und du musst gucken, ob er das in deiner Innenwelt macht.
Der muss das richtig dann machen. Es geht um das Bild in deinem Kopf.
Kl. (energisch und mit Schlagen ) Du sollst das jetzt machen!!
Th Guck mal, ob er jetzt anders reagiert, wenn du das so energisch forderst.
Kl. Mit so einem Geschrei lass ich mich überhaupt nicht auf dich
ein.
Th Dann geht er noch mehr auf Abstand, damit kriegst du ihn nicht. Gut,
dann sag ihm vielleicht sowas wie: Du bist ein Bild in meinem Kopf, und
du musst eh machen, was ich will. Und lass ihn mal Kniebeugen machen.
Und guck, ob ers macht. Forder ihn ein.
Kl. Du sollst Kniebeugen machen! Mach!!
Th. .Genau, er muss Kniebeugen machen. Denn er ist ein Bild von dir und
muss immer machen, was du willst. Und guck mal, ob ers macht.
Kl. Er machts nicht.
Th Dann hat er die Macht, die musst du dir zurückholen. Ja, krieg
mit: Das ist ein Bild in deinem Kopf, und das Bild muss dir gehorchen,
denn es gehört zu deinem Energiesystem. Dieses Bild muss machen,
was du willst. Wenn nicht, hast du einen Teil in deinem Kopf, der außerhalb
deines Willens liegt. Und das kann nicht sein, das ist nicht in Ordnung.
Du musst ihn jetzt einfordern, er muss das bringen. Du musst das jetzt
einfordern das Bild, das muss Kniebeugen machen, guck mal, ob dus hinkriegst.
Es ist wie eine Lernaufgabe (Kl. lacht), es geht darum, deinen Kopf wieder
in deine Macht zu kriegen. Denn sonst läuft da oben alles ohne dich.
Darum geht es. Und der ist ein Symbol für was, - für was ist
jetzt wurscht, - es geht ja wirklich dadrum .................Das haben
Tausende von Leuten vor dir hingekriegt, also kriegst du es auch hin.
Kl. schlägt schwach.
Th Wenn du jetzt ärgerlich wirst und dich auf die Knie setzt, und
du willst es jetzt: Ein Schritt nach links, ein Schritt nach rechts. Guck
mal, obs geht. Sag ihm, was er in deinem
Kopf machen soll. (Aber Kl. schlägt nur noch ganz zaghaft.) Na, was
passiert da in dir?
Kl. Ich bin so schwach, ich kann meine Stimme gar nicht erheben.
Th.Was in dir ist so schwach, daß du dieses Bild nicht hin- und
herschieben kannst? Da sind wir jetzt an einem ganz wichtigen Punkt, und
da müssen wir auch hin.
Das ist fast sowas wie dein Krebs. Wer bitteschön ist so stark, daß
er einen Krebs wuchern lassen kann, und du bist so schwach und kannst
nichts machen? Da muss es Ereignisse dazu geben. Wer hat dich so schwach
gemacht statt richtig stark? Guck mal, wer auftaucht.
Kl. Mein Vater.
Th.Dann sag es ihm.
Kl. Schau mal Vater, ich bin so schwach, daß ich von meinem Mann
noch nicht mal verlangen kann, daß wir ein Ziel gemeinsam angehen.
Th. Und sag ihm auch, du bist jetzt in deinem Kopf so schwach, daß
du ihn jetzt in deinem Kopf nicht dazu bringen kannst, daß er Kniebeugen
macht. (Th. schlägt kräftig auf den Boden.) Die Klientin bemüht
sich - ohne Erfolg.
Th. Dh. er muss irgendwie deinen Willen gebrochen, reduziert, runtergefahren
haben. Frag ihn mal ganz direkt.
Kl.(jetzt wütend) Bist du dran schuld?
Th.Guck mal, ob er mit Kopf nickt oder schüttelt. (Kl. Er nickt)
Gut , dann müssen wir jetzt mit ihm aber ganz heftig arbeiten. Der
muss hinter dir stehen, der muss dich stärken, stark machen, daß
der Typ da Kniebeugen macht. Das ist doch kein Thema! (Kl. ja) Dann frag
deinen Vater jetzt, was hat er bitteschön dir angetan, daß
er deinen Willen gebrochen hat. Frag ihn mal.
Kl. Vater, was hast du mir angetan, daß dieser Typ meinen Willen
brechen kann?
Th. Oder anders herum, dein Vater hat vielleicht irgendwas mit dir gemacht,
daß er deinen Willen gebrochen hat. Keine Ahnung. Denn offensichtlich
bist du nicht richtig in deiner Willenskraft, und dein Vater ist aufgetaucht,
und er fühlt sich schuldig.
Also muss irgendwas gelaufen sein zwischen ihm und dir, daß du nicht
in deiner Power bist. Guck mal, welches Ereignis hat dazu beigetragen,
dein Vater soll es dir zeigen.
Die Klientin hat den Vater maßlos enttäuscht. Einmal, weil
sie mit einem verheirateten Mann zusammengelebt hat, beim zweiten Mal
ging es um einen Aktienverkauf, der ihm nicht recht war.
Th. Dann fragen wir deinen Vater jetzt mal direkt: hat er dich da abgeschrieben,
aufgegeben, aus seinem Herzen geschmissen. Frag ihn mal ganz direkt und
schau ihn an dabei.
Die Klientin bejaht.
Th. Und er war maßlos enttäuscht. Das sind 2 Sachen, wo er
maßlos enttäuscht war. (Kl. ja) Gut, dann kannst du ihm nur
antworten: Diese maßlose Enttäuschung hat dazu geführt,
daß ich maßlose Schuldgefühle habe offensichtlich.
Kl.........................Und das hat dazu geführt, daß jeder
mit mir machen kann, was er will.
Th. Und das ist genau der Punkt. Da ist dein Rückrat gebrochen worden,
dein aufrechter Gang, dein Dich-durchsetzen-können. Deshalb haben
wir auch solchen Raum da, wo du kaum stehen kannst, und du musst es aushalten,
durchhalten, überleben.
Deshalb hat der Krebs auch ne Chance, das ist doch klar. Du kannst dich
kaum wehren dagegen, und deshalb greift er an, symbolisch ausgedrückt.
Aber das ist auch toll: Jetzt haben wir auch den dicksten Punkt, die dickste
Energie, die dahintersitzt. Guck es dir an, jetzt brauchst du nur noch
deinen Vater dahin zu bringen, daß er dir hilft. Dein Vater muss
dir dabei helfen. Es geht um alles jetzt.
Kl. Vater, ich möchte wieder gesund werden. und ich brauch dich dazu.
Was kannst du für mich tun? Die Enttäuschung sitzt sehr tief......
Th. Ich hab praktisch nur deinen Willen, deine Ausdruckskraft, eingefordert,
um zu sehen, ob die da ist. Und da sind wir jetzt drauf gekommen, daß
die gebrochen ist. Und daß du jetzt am dicksten Knackpunkt bist.
Du musst jetzt deinen Vater dazu bringen, daß er hinter dir steht.
Und das ist nicht so einfach.
Kl. Vater ich brauch dich jetzt dazu. Du musst mir jetzt helfen. Und jetzt
tut mir auch meine linke Brust weh.
Th. Genau, jetzt sind wir am Thema. Frag mal die Brust, ob das das Thema
ist.
Kl. Brust, ist das das Thema? Ja.
Th. Dann sags deinem Papa: Mir tut meine linke Brust weh.
Das tut dem Vater jetzt (in der Innenwelt der Klientin) leid. Zu seinen
Lebzeiten, so sagt die Klientin, konnte sie das mehr mit ihm klären.
Kl. Ja, er hats akzeptiert, aber nicht vergeben.
Th. Dann sags deinem Papa, daß er natürlich nicht über
seine Grenzen springen konnte, und das ist auch verständlich, Du
verstehst das halt. Aber das Akzeptieren ist zu wenig, du stirbst nämlich
jetzt symbolisch an Deinen Schuldgefühlen .
Kl. Papa, ich weiß, daß ich ....
Th. Du bist schwach, kannst dich gegen deinen Mann nicht durchsetzen.
Kl. Ich werd immer schwächer.
Th. Und der Krebs hat ne Angriffsfläche.
Kl. Und der Krebs..........................
Th. Und du stirbst, wer weiß, das ist ja nicht so sicher dann. Und
wenn du aber stark bist, dann ist alles auch geregelt. Schuldgefühle
sind auch das, was wir immer wieder erleben, was das Immunsystem massiv
senkt. Schuldgefühle sind das Schlimmste, was es gibt eigentlich.
Ihr müsst euch wieder ganz tief verstehen und finden. Das ist das
Wichtigste.
Kl. Er will mir auch helfen dabei.
Th. Sag ihm ruhig, das wird ne ganz, ganz große Aufgabe für
ihn. Er muss dir wirklich ganz tief verzeihen und dich wieder als Kind
annehmen.
Kl. Vater, ich frag dich jetzt so ganz genau, denn du musst mir jetzt
nicht nur vergeben sondern verzeihen. Sonst schaffe ich diesen Schritt
nicht.
Th. Er muss dich wieder in sein Herz lassen.
Kl. Du musst....
Th. Spür mal, ob du auch dazu bereit bist. Du müsstest ihn wieder
in dein Herz lassen, in sein Herz wollen. Sag ihm das mit deinen Worten.
Kl. Ja, du warst ja immer bei mir. Du bist wieder in meinem Herzen. Bin
ich in deinem Herzen auch? Er ist sich da noch nicht ganz sicher.
Th. Was braucht er denn von dir, daß er dich wieder annehmen kann?
Kl. Was brauchst du von mir? Klientin weint leise. - Pause - Sanfte Musik
wird eingespielt.
Th. Schau mal, ob er in der Lage ist, dich einfach so anzunehmen?
Kl. Er nimmt mich an.
Th. Dann schau mal, ob du dich fallen lassen kannst, wieder das Mädchen
werden kannst.
Kl. Ich kann mich fallen lassen.
Th. Dann machs. Erlaub deinem Vater, wahrzunehmen, daß du jetzt
wieder da bist, und spür auch, was du jetzt machen möchtest..
Kl. Vater, ich möchte dich noch mal um Verzeihung bitten ....(Kl.
weint stark ) Er mag nicht, daß ich weine.
Th. Sag ihm, das tut aber gut, du heilst dadurch (unverständlich)
Kl. Kannst du das annehmen? Ja, ich soll weinen, solange ichs brauche.
Th. Spür, daß dein Vater wieder da ist, und erlaub dir zu spüren,
daß er wieder da ist.
Kl. Ja, ich merks.... (weint)
Längere Pause bei leiser Musik. (dann kurz etwas unverständlich.)
Th. Dann soll sich die Verspannung mal umsetzen in der Innenwelt.
Kl. Ich bin so starr, ich bin so tot.
Th. Dann guck mal, welches Ereignis dazu beigetragen hat, was kommt hoch?
Was hat dich erschreckt oder erstarrt? Frag mal deinen Papa, vielleicht
weiß der was.
Kl. Papa, was.......... Dieses Gefängnis eben. Ich hab ja nie gelebt,
ich hab einfach nur ausgehalten.
Th. Sags deinem Papa.
Die Klientin spricht mit ihrem Vater nun noch mal darüber, wie leid
ihr alles tut.
Th. Ja, und wenn du so willst, war das eine unbewusste Strafe dafür
(Kl. ja). Hast dich selbst bestraft, Schuldgefühle gehabt und weggedrückt,
in so ein Gefängnis gesteckt, was auch immer.
Kl. Ja, das war meine Lösung. Vater, ich hab mich die ganze Zeit
vom Leben zurückgezogen und mich selbst dafür bestraft, daß
ich dir so wehgetan habe
Th. Ja, genau. Er muss auch sehr gelitten haben. Er soll es dir auch mal
erzählen, ........sich mal aussprechen, damit er es los wird.
Kl. Er hat sich so geärgert, daß er wenig später einen
Schlaganfall bekommen hat.
Th. Dh. Du fühlst dich auch schuldig, daß er einen Schlaganfall
bekommen hat.
Kl. Ja, nicht nur, aber auch. Ich weiß, du hast dich so aufgeregt,
daß ich auch mit ein Auslöser war.
Th. Wie ist das für ihn, wenn du das so ehrlich sagst jetzt?
Kl. weint immer noch: Er sagt, wie blöd wir doch waren......hätte
man doch mit Liebe alles klären können
Die Klientin spricht noch einmal mit ihrem Vater über ihre Schuldgefühle
und daß sie keine Möglichkeit der Verständigung gefunden
hat.
Th. Ja, genau. Wie alt warst du damals?
Kl. Wie ich den verheirateten Mann kennengelernt habe, da war ich 19 oder
20.
Th. Gut dann sei noch mal 19 und sei bei deinem Papa - denn er sieht ja
jetzt, wie es sich insgesamt auswirkt - ob ihr beide nicht irgendwie eine
neue Entscheidung fällen könnt. Also, er darf enttäuscht
sein, aber billigt es dir trotzdem zu, er überwindet aber seine Enttäuschung
und sieht zu, daß du dein Leben trotzdem so leben darfst.
Kl. Ja, es fällt ihm nicht schwer. Er sagt, gut du hast soviel jetzt
erreicht...........im Sport, in der Schule..................... Ich bin
froh, daß ich dich hab. Ich möchte, daß du deine Erfahrungen
selbst sammelst. Und wenn du meinen Rat brauchst, werde ich ihn dir gern
geben.
Kl. Das tut mir gut.
Th. Ja, ich leg mal die Hände da drauf. (Kl. ja) Das besiegelt, wie
so eine neue Vereinbarung.
Kl. Und das Zweite, mit den Aktien... Jetzt juckts mich wieder.
Th. Ja, das juckt dich.
Kl. Ja Papa, ich möchte das jetzt endlich mal loswerden. Das zweite
Mal, da war ich so ungefähr 35,................ mein Mann hatte ins
Geschäft investiert.............Und ich hab wirklich aus einer Notsituation
heraus gehandelt. Und für dich war das ja kein Betrag, das war ja
nicht der Rede wert. Und wenn ich zu dir Vertrauen gehabt hätte oder
mit dir hätte reden können, dann .............................................Ich
hab immer wieder alles versucht.
Th. Spür mal, ob ers annimmt.
Kl. Er sagt, wir wussten doch gleich, daß dieser Mann nichts für
dich ist. Wir habens dir doch auch immer gesagt. Ja, Vater, das weiß
ich , aber ihr habt ja auch interveniert. Ihr habt ihm das immer gesagt,
.................. daß er da nicht reinpasst, er war nie genug.
Mir hätte das auch gelangt, so wie er war, aber ich wollte ja immer
dir entsprechen.
Th. Ja, genau. Und vielleicht hast du deshalb auch deinen Mann gar nicht
so richtig annehmen können.(Kl. Neee) Hast aus deinem alten Schuldgefühl
heraus bei deinem Papa immer noch was richtig machen wollen. Und auch
hier gilt wieder: Dein Vater müsste dir g a n z tief zubilligen,
dein Leben zu leben, und Fehler zu machen und deine Entscheidungen zu
leben. Was auch immer dadurch passiert, g a n z tief müsste er das
akzeptieren, ja, du machst Erfahrungen für dich. Guck mal, ob du
deinen Vater dazu kriegst.
Kl. Ja, wenn ich das jetzt so sehe, tut mir das leid. Das ist wieder ein
Fehler, den ich gemacht hab, weil ich so besessen war von meiner Meinung.......
Th. Ja, guck mal, da bist du genauso wie dein Vater, da habt ihr was Ähnliches.
Kl. lacht: Ja, ich weiß das.
Th. Sag ihm das mal. Weil du so stur bist, bin ich so stur. Kl. und Th.
lachen.
Kl. Du bist stur, ich bin stur, das wissen ja alle, daß ich dir
wie aus dem Gesicht geschnitten bin, und so ist unser Leben dann verlaufen.
Das kann doch nicht sein, wir haben das Leben einfach vergeudet, aber
jetzt können wir das ja füreinander regeln, indem wir uns beide
verzeihen. Ja, er will mir jetzt verzeihen. Und er will mich auch ganz
fest in die Arme nehmen und wieder in sein Herz lassen.
Th. Das ist auch wichtig für euch beide. Das ist so eine Lernerfahrung,
das hat seine Qualität, aber es gibt ja etwas, was offensichtlich
größer ist.
Kl. Ja, weißt du, das Sture ist manchmal ganz gut, wenn man seinen
Weg geht, aber die Liebe muss einfach vorrangig sein. Und auch was letztendlich
dabei rauskommt. Liebe heißt vergeben und den anderen so akzeptieren,
wie er ist. Er nimmt mich in die Arme
- Leise Musik wird eingespielt. Kl. ist sehr berührt, weint. - Pause
-
Th. Nun schau mal, wie du ihn annimmst.
Kl. Wir wollen uns gar nicht mehr loslassen.
Th. Schön, dann nimm ihn mal in dieses Anfangsbild mit hinein. Wie
das jetzt aussieht oder wie das sich verändert, wenn deinVater jetzt
mit da auftaucht. Das war ja so ein Gefängnisraum, du warst gefangen.
(Kl. ja) Guck mal, wie er jetzt ist .
Kl. Der Raum ist höher, sind Fenster, und überall sehe ich..
.ich bin jetzt gar nicht mehr im Gefängnis, würde ich sagen,
sondern ich steh jetzt auf ner Wiese. Wo Blumen blühen können,
es ist alles so offen.
Th. Und lass deinen Vater auch mal da sein (Kl. lacht glücklich:
ja) , und nimm ihn mal wahr, wo er steht und welchen Gesichtsausdruck
er hat.
Kl. Er steht neben mir.
Th. Und dann zeig ihm mal, das war ganz früher mein Raum.
Kl. Das war mein Raum. Und jetzt ist alles offen.
Th. Es ist alles wieder offen, genau.
Kl. Er freut sich für mich.
Th. Genau, und nun zeig ihn auch mal deinem Brustkrebs, der dazugehort
und ne Bedeutung hat, und zeig ihm mal den Raum und guck mal, wie er reagiert.
Kl. Das freut ihn, den Brustkrebs, ja, und er sieht auch, da muss er sich
gar nicht mehr so, das ist alles hell. Es muss gar nicht mehr so dunkel
und so verkrampft sein. Es strahlt sogar bis runter in den Arm.
Th. Ja, vielleicht auch deshalb, weil du wieder handlungsfähig wirst.
(Kl. ja) Von meinem Gefühl her haben wir den Raum jetzt aufgelöst.
Von daher ist das Wichtigste heute passiert.
Th. Wir hätten zwar noch ein bißchen Zeit, aber ich möchte
gerne, daß du in diesem Gefühl, in diesem Bereich jetzt bleibst.
(Kl. ja) Also auf der Wiese, und mit deinem Vater. .
Dich einfach ein bißchen ausruhst.
Weil das so ein wichtiger Bereich ist, weil du jetzt so Heilerfahrungen
machst. Daß du einfach noch ein bißchen länger da bleibst.
(Kl. ja) Ich würde dir vorschlagen: Ich lass dich jetzt auch wieder
alleine. Aber dieses Mal ein bißchen länger, vielleicht so
15 oder 20 Minuten allerhöchstens. (Kl ja)
Du bist da jetzt in ner Heilphase, sei einfach noch ein bißchen
mit ihm, in der Landschaft, in der heilsasmen Welt. Und diese Verbindung
zwischen dir und deinem Vater halte ich für das Wichtigste überhaupt,
für deinen Krebs. Denn er ist aus Schuldgefühlen entstanden
ihm gegenüber. Und wenn ihr jetzt dort seid, was immer ihr da macht,
wenn ihr spazierengeht oder was auch immer, Hauptsache, ihr seid zusammen.
(Kl. ja)
Und wenn sich daraus noch was verändert, dann gucken wir in 20 Minuten
weiter, und sonst lassen wir es so stehen. Dann kann das arbeiten bis
zur nächsten Session.
Kl. Ja!
Nach der Ruhepause:
Th. Was ist denn noch passiert, oder wo bist du jetzt?
Kl. Mir geht es gut. Es ist auch weiter nichts mehr aufgetaucht. Es juckt
nix.
Th. Gut, ja, wenn nichts mehr anliegt, dann komm einfach in deiner Geschwindigkeit
wieder zurück.
Kl. Ja.
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